Turmfalken

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oetti
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Re: Turmfalken

Beitrag von oetti » Montag 4. Mai 2020, 18:28

Hi,
den Zugang zu der Kamera habe ich leider nicht mehr. Kannst ihn mir nochmals senden per PV.
Ich habe mal Fotos vom Futterplatz gemacht. Wenn er das Futter (Maus) bringt frist er fast immer den Kopf ab und übergibt dann die Maus am Kasten.
Das Haus ist unbewohnt, daher wurde es ihr Lieblingsplatz :)
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Dodo
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Montag 4. Mai 2020, 21:55

Heute mal ein Bild von ihr auf dem Gelege mit einer Feder aus ihrer Schwinge.
Dieses Foto könnte ich mehrmals von verschiedenen Jahren reinsetzen.

Es heißt die Mauser bei Turmfalken wäre zeitlich vom Partner versetzt.
Sie während der Brutzeit, Er in der vorgerückten zweiten Jahreshälfte.
Sinn macht es. Sie hockt jetzt auf den Eiern und lässt sich versorgen, danach Hudert sie.
Anfangs, wenn die Küken da sind, bleibt sie dabei und beteiligt sich noch nicht am Beutefang.
Dateianhänge
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Dodo
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Donnerstag 7. Mai 2020, 22:03

Das andere Paar, was sich für den Kasten interessiert, hat offenbar immer noch keine Bleibe gefunden.
Sie umlagern den Platz. Die Hausherrin aber bleibt geduldig auf den Eiern sitzen.

Die zögerliche Maus-Übergabe erscheint mir jetzt in einem anderen Licht.
Der Terzel, der den Kasten übernehmen wollte, vermutete seine Angebetete in dem Kasten.
Deswegen hat sie sich auch auf die doppelte Größe aufgeplustert, als er an den Kasten mit der Maus flog.

Hierfür habe ich keine Beweise. Die Tiere sind unberingt. Habe aber bei dem Terzel ein unverkennbares Merkmal in der Befiederung endlich gefunden.
Von Doppelgelegen (also 2 Damen in einem Kasten) wurde schon berichtet, ein Kuriosum.

Bringen uns nicht Berichte und Fotos in Erstaunen, wo gar Artfremde die Aufzucht unterstützen?
Hier wird es nicht zu einem Doppelgelege kommen. Die Brut/Eiablage ist zu weit fortgeschritten.

Auf dem Foto seht ihr, wie er sich müht die Eier unter seinen Bauch zu bekommen.
Dateianhänge
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Dodo
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Samstag 9. Mai 2020, 21:06

In dem Filmchen seht ihr den Wechsel auf dem Gelege.
Sein Anteil am Brutgeschäft ist nicht so groß. Er wäre sicher länger in der Mulde gelegen, ihm fielen die Augen zu.
Schließlich hat er für sie auch zu sorgen, es geht bei ihnen arbeitsteilig.

Der Nahrungsbedarf eines Turmfalken liegt ca. 50 gr. Das entspricht 1/5 bis 1/4 ihres Körpergewichtes.
Für sie und ihn müssen so tgl. 8-10 Mäuse erlegt werden. Daneben muss er auf seine Fitness achten. Gefiederpflege ist auch für ihn überlebenswichtig. Ihr Jagdrevier muss verteidigt werden.
Was würde passieren, wenn er seine Aufgaben nicht ernst nähme?
Sie müsste das Gelege verlassen. Sie sind geübt und aufeinander eingespielt und es wird hoffentlich auch diesmal klappen.

Dodo
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Montag 11. Mai 2020, 17:44

Federn nutzen sich ab und in der Mauser werden sie erneuert.
Ektoparasiten wie Milben, Federlinge und Gefiederfliege können ihnen übel zusetzen.
Letztgenannte legt die Eier in die Nestunterlage, die schlüpfen wenn die Küken da sind und halten sich in den Daunen und unter den Flügeln auf. Bei massenhaften Befall schwächt es die Jungen.

Hier konnte ich zu Anfang der Brut auch ihr aufgeregtes Picken in dem Einstreu sehen.
Bisher waren die Küken aber immer proper anzusehen. Das führe ich nicht zuletzt auf Reinigung und frischen Einstreu zurück.

Turmfalken verenden auch an Endoparasiten, wie Würmer und Vogeltuberkulose.
In den 60 zigern wurde Giftweizen ausgebracht über die Nahrungskette gingen Turmfalken ein, auch das Beizen von Saatgetreide hat zu Verlusten geführt.

Aber freuen wir uns erst mal auf den Schlupf und an den schönen Bildern einer Aufzucht.

Dodo
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Dienstag 12. Mai 2020, 21:30

Ein Blick in die Kamera heute ließ mir den Atem stocken.
Sah ich doch links in der Ecke etwas Schwarzes liegen, dachte nun hat es doch einen Segler erwischt, der bei den Temperaturen nicht flott genug in einen der weiter unten hängenden Kästen einfliegen konnte.
Kurze Zeit darauf fing Sie an den Fang zu kröpfen. Das konnte ich in den vorherigen Jahren erst nach dem Schlupf beobachten. Vögel sollen einen Anteil von etwa 5% ihrer Beute ausmachen.
Für Vogelfreunde macht sie das vielleicht nicht sympathisch.

Wir wollen ja auch nicht nur Schweineschnitzel essen, es darf auch mal ein Kalbschnitzel sein.

Viele Greifvögel, wie Sperber oder Wanderfalke leben fast ausnahmslos von Vögeln. Die flössen uns dann wegen ihrer Geschicklichkeit und Rasanz Respekt ein.

Klar definieren konnte ich den Fang nicht, tippe aber auf Amsel, männlich.
Hätte gerne den Kasten aufgemacht, Sie gab mir keine Gelegenheit dazu.
Auf dem Foto seht ihr Sie mit unglaublichen Verrenkungen. Um ihre Beweglichkeit beneiden sicherlich manche von uns Sie.
Dateianhänge
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Donnerstag 14. Mai 2020, 15:23

Bei der Vogelzählung 'Stunde der Gartenvögel', war ein beachtlicher Zuwachs bei den Turmfalken zu verzeichnen.
Erfreulich und deckt sich mit meinen Beobachtungen vor Ort.

Die Zufallzählungen von Vogelfreunden ist wichtig. Wird doch dadurch Artenkenntnis vermittelt und Sensibilisierung für Schutzmaßnahmen.
Die Zählungen von DDA (Dachverband Deutscher Avifaunisten) wird von Fachleuten durchgeführt.
Dafür werden Flächen kartiert und Arten festgehalten und das langfristig.
Die Daten liefern die Infos für die so genannte Rote Liste.
Sind die Bestände stabil, zunehmend oder abnehmend.

Nach Studien sind Kastenbruten der Turmfalken erfolgreicher als Baum- oder Nischenbruten an Gebäuden, in die Fressfeinde leichter einsehen können.
Kästen können betreut, gereinigt, repariert werden.
Hier am Ort sind sie an einer Mauernische. Da sie die Gewohnheit haben, ab einem bestimmten Alter, aus dem Fenster zu scheissen, ist dort der Einflug unmöglich. Er ist regelrecht zugeschissen.
Ein Kunstnest ist in der Kirchturmspitze. Wurde wahrscheinlich vom Dachdecker bei Reperaturarbeiten angelegt.
Man kann es nicht ohne Hilfsmittel (Kran) warten, es ist gedankenlos angelegt.

Die Bedrohung als Kulturfolger, sehe ich mehr in der Zersiedlung und damit verbundenen fehlenden Jagdgründen.
Weideviehhaltung geht verloren, Gifteinsatz in Land- und Forstwirtschaft wird nicht mehr so unkontrolliert angewandt.

Wenn bestehende Bestände erhalten werden könnten, sähe ich schon darin einen Erfolg.

@Markus, was macht der Kasten in der Kiesgrube?

Gruß Maddin

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Markus
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Re: Turmfalken

Beitrag von Markus » Donnerstag 14. Mai 2020, 16:09

Hi Maddin,
Dodo hat geschrieben:
Donnerstag 14. Mai 2020, 15:23
@Markus, was macht der Kasten in der Kiesgrube?
Der hängt.... noch in der Warteschleife :S
Hab schon ein paarmal nachgefragt, mal sehen vielleicht erbarmt sich ja mal jemand :|

LG
Markus
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Samstag 16. Mai 2020, 15:26

Allmählich müsste es in den Eiern rumoren.
Die Behausung wird eng, die Vorräte sind aufgebraucht und die Luft wird dünn.
Da steht der Kraftakt bevor. Sie bekommt es mit.
Sie mühen sich bis zu 24 Std. um sich da raus zu schälen.
Auf ihrem Schnabel haben sie eine kleine Hornplatte, der Eizahn.
Auch die Muskulatur im Nacken und Schulter ist ihnen hilfreich um sich gegen die Ei-Wand zu stemmen.
Bei Nestflüchtern geht das ziemlich zackig voran.
Dateianhänge
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Dodo
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Re: Turmfalken

Beitrag von Dodo » Dienstag 19. Mai 2020, 17:32

Eins ist schon mal da.
Leider konnte ich kein Filmchen drehen. Auf dem Foto seht ihr auch den neuen Erdenbürger.
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