Pilze suchen

Hier könnt Ihr über Eure Erlebnisse in der Natur berichten. Pflanzen und Pilze sind ebenfalls Bestandteil dieser Rubrik
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kaninchenzuechter
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Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Mittwoch 23. Oktober 2019, 14:02

Liebe Naturfreunde
Bevor Ich hier einige Pilze vorstelle, möchte unbedingt darauf hinweisen, dass man die Speisepilze kennt, bevor man sie sammelt. Um Pilze kennen zu lernen genügt ein Blick ins Pilzbuch nicht. Man muß mit einen Pilzkundigen in den Wald gehen, der zeigt, welche Pilze für den Abfänger geeignet sind. Dazu muß der Lernende den Pilz in die Hand nehmen, fühlen und auch daran riechen. Sollte man in einem Wald anderer Gegend Pilze sammeln, sollte man erneut einen Pilzkundigen aufsuchen.
In der Regel wird man Rörenpilze und Pfifferling suchen.
Die meisten Pilzsammler haben dieses Grundwissen und richten sich danach. Pilzvergiftungen sind praktisch ausgeschlossen. Diese treten eher bei Pilzkundigen auf, weil sie dazu neigen auch mal eine leicht zu verwechselnde Art auszuprobieren.
Vergiftungen treten häufig auf, wenn Pilzsammler in einer anderen Gegend sammeln.
Besonders häufig sind hier Vergiftungen mit dem Panterpilz auf. Es handelt sich um Personen, welche in ihrer Heimat Perlpilze sammeln und den Panterpilz nicht kennen.

Heute zeige ich einige Pilze, welche ich gesammelt habe und für den Anfänger geeignet sind.

Ein für den Anfänger geeinet und sehr häufig zu findender Pils ist der:
Butterpilz oder Butter-Röhrling (Suillus luteus)
    Wikipedia  -> Butterpilz
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Buterpilz.jpg (281.82 KiB) 3615 mal betrachtet
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Butterpilze.jpg (320.77 KiB) 3615 mal betrachtet
Vor der Zubereitung sollte man die Haut auf dem Hut abziehen


Sehr häufig aber nicht so wertvoll ist der:
Kuh-Röhrling oder Kuhpilz (Suillus bovinus)
    Wikipedia  -> Kuhpilz
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Kuhpilz.jpg (372.1 KiB) 3614 mal betrachtet
Gedört und zu Pilzpulver gemahlen ist er eine Bereicherung für viele Speisen.


Diesen Pilz kennt jeder. Man findet ihn auf jeden Pilzmarkt
Maronen-Röhrling (Imleria badia)
    Wikipedia  -> Maronenröhrling
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Hier noch ein Pilz, den jeder Anfänger kennt:
Gemeine Birkenpilz (Leccinum scabrum)
    Wikipedia  -> Birkenpilz
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Birkenpilz1.jpg (256.18 KiB) 3605 mal betrachtet
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Birkenpilz3.jpg (288.8 KiB) 3605 mal betrachtet
Es fehlen nur noch der Steinpilz und der Pfifferling.
Im nächsten Bericht seht ihr einige Pilze, welche der Pilzkenner hier sammelt.

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kaninchenzuechter
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Re: Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Donnerstag 24. Oktober 2019, 13:12

Heute zeige ich zwei Pilzsorten, die in unserer Gegend sehr häufig sind und viel gesammelt werden. Es sind keine Pilze für den Anfäner
Es folgen einige Pilze, welche ich schon gegessen habe aber weniger zu empfehlen sind.


Häufig gesammelt wird der:
Edel-Reizker oder Echte Reizker (Lactarius deliciosus)
    Wikipedia  -> Edel-Reizker
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Edelreizker.jpg (303.5 KiB) 3578 mal betrachtet
Am besten schmeckt er scharf gebraten. Das Gericht sollte warm verzehrt werden.
Vorsicht! Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem Birkenreizker Siehe: Hier



Sehr häufig zu findenist bei uns der:
Grünling (Tricholoma equestre)
    Wikipedia  -> Grünling
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Grünling1.jpg (388.23 KiB) 3578 mal betrachtet
Dieser Pilz ist absolut nichts für den Anfänger. Köpfe von jungen grünen Knollenblätterpilzen ähneln mitunter stak denen eines Grünlings
Siehe: Hier



Boviste gibt es verschiedener Art. Manche werde besonders groß (Riesenbovist)
Verwechslungen kommen mit dem giftigen Kartoffelbovist vor.
Bovist
    Wikipedia  -> Bovist
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Ich bin kein Freund dieser Pilze. Sie schmecken nach Rettich und können nur als Mischpilze verwendet werden.



Dieser Schimpilz ist etwa kleiner als der Riesenschirmpilz Siehe: Hier
Safranschirmpilz (Chlorophyllum rachodes)
    Wikipedia  -> Safranschirmling
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Safranschirmpilz.jpg (218.64 KiB) 3512 mal betrachtet
Man beachte, dass es auch giftige Schirnpilze gibt!



In früheren Jahren habe ich auch Täublinge gesammelt. Wenn man sich nicht sicher ist, soll man sie kosten. Das habe ich gemacht. Einer war so scharf, dass davon die Zunge taub wurde. Daher folgt der Name Täublinge. Seitdem sammle ich keine Täublinge mehr.

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kaninchenzuechter
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Re: Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Donnerstag 24. Oktober 2019, 13:50

Die nachfolgend beschriebenen Pilze habe ich natürlich nicht mitgenommen. Es handelt sich um
Giftpilze





Diesen Pilz findet man ebenfalls im Kiefernwald, wenn sich im Wald auch Birken befinden :
Birkenreizker (Lactarius torminosus)
    Wikipedia  -> Birken-Milchling
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Verghleich mit Edelreizker.jpg
Verghleich mit Edelreizker.jpg (251.25 KiB) 3480 mal betrachtet



Unser bekanntester Giftpilz ist der
Fliegenpilz (Amanita muscaria)
    Wikipedia  -> Fliegenpilz
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Früher wurde er oft umgestoßen. Offenbar werden die Leute doch langsam vernünftig. Ich habe keine umgestoßenen Pilze gesehen.



Knollenblätterpilze gibt es bei uns reichlich. Es gibt weiße gelbe und grüne. Eigentlich müßte man den ganzen Wald zum Giftschrank erklären.
Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
    Wikipedia  -> Knollenblätterpilz
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Knollenblättzerpilz2.jpg (238.69 KiB) 3475 mal betrachtet
Sein Geruch empfand ich als widerlich.





Auf vermoderten Baumstümpfen findet man den:
Grünblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)
    Wikipedia  -> Schwefelkopf
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Re: Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Donnerstag 24. Oktober 2019, 13:50

Beobachtungen in der Natur


Man geht natürlich nicht in den Wald um nur Pilze zu sammeln. Der Aufenthalt in der Natur ist in erster Linie Vergnügen.

Bevor ich auf einige Beobacjtungen eingehe, möchte ich das Habitat beschreiben.
Darunter versteht man den den Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Das Gebiet wird in erster Linie durch Kippenlandschaft mit trockenem, sandigen und nährstoffarmen Boden geprägt.
Gerade hier bfindet man u.a. Schmetterlinge, wie den kleinen Waldportiert Siehe Hier die in anderen Teilen unseres Landes ausgestorben sind.

Durchsetzt ist die Landschaft mit reizvollen Tagebaurestlöschern. Wegen Rutschungsgefahr ist der Zutritt meistens gesperrt. Für die Tiere ist es ein ideales Rückzugsgebiet. Mögen die Seen für immer gesperrt sein, das ist der beste Naturschutz.
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Nun zu den Beobachtungen:

Mir ist aufgefallen, dass viele Butterpilze zerkratzt waren. Deutlich konnte man die Krallenabdrücke erkennen. Ich nehme an, dass sie von einem Waschbären kommen. Wildschweine fressen keine Pilze.
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Immer wieder findet man eine kreisförmige Anordnung der Pilze. Es handelt sich um Hexenringe.
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Eigentlich wollte ich keine Libellen knipsen, doch diese war extrem aufdringlich.
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Re: Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Sonntag 27. Oktober 2019, 07:47

Ich habe natürlich die Pilze nicht nur fotografiert, sonder auch einige geerntet.
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Die meisten Pilze habe ich nicht sofort gegessen, sondern gedört und zu Pilzpulver verarbeitet.
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Schade, dass es kein Geruchsforum gibt. Der Parasol duftet einfach köstlich.

Liebe Naturfreunde!
Damit bin ich mit meinen Ausführungen erst mal am Ende. Das soll natürlich kein Monolog sein. Was sammelt Ihr für Pilze?
Ich freue mich schon auf Eure Antworten und Fragen.

Gruß Dieter

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Markus
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Re: Pilze suchen

Beitrag von Markus » Sonntag 27. Oktober 2019, 08:55

Hallo Dieter,

das ist ein sehr interessanter Bericht, tolle Fotos :thumbup:
Pilze selbst zu ernten und zu essen, da traue ich mich nicht mal mit Pilzbuch oder dieser "Pilze App" ran.

Es gab bei uns in der Nähe mal einen Pilzfachmann, bei dem man seine gesammelten Pilze prüfen lassen konnte.

In letzter Zeit häufen sich bei uns die Meldungen von übertriebener Pilzsammlerei, so wurde letzte Woche jemand mit 18 kg Pilzen erwischt, (1 Kg ist erlaubt), ein ähnlicher Vorfall vor ca. 3 Wochen.

LG
Markus
Saison 2021
Segler Nistplätze/ von 12/ 3 belegte Nester
8 (9) Küken ( 8 Abflüge)


Stream abgeschaltet !


https://www.youtube.com/channel/UCUIH4M ... IbV1BEw1ew

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Re: Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Sonntag 27. Oktober 2019, 12:39

Vielen Dank Markus,
Markus hat geschrieben:
Sonntag 27. Oktober 2019, 08:55
Pilze selbst zu ernten und zu essen, da traue ich mich nicht mal mit Pilzbuch oder dieser "Pilze App" ran.
Dabei solltest Du auch bleiben. Auch wenn man nicht immer an Pilzen stirbt, mit kaputter Leber lebt es sich nicht gut..

Einfach Pilze sammeln und damit zum Pilzfachmann gehen, geht überhaupt nicht! Einige Pilze sind geschützt und die würde man mit sammeln.
Einen Pilzfachmann sollte man nur aufsuchen, wenn man sich nicht 100% tig sicher ist.
Am besten, man geht mit dem Pilzfachmann in den Wald, so wie ich es schon geschrieben habe.


Eigentlich sammelt man nicht die Pilze sondern nur die Fruchtkörper. Dennoch habe ich Verständnis, wenn man die Menge begrenzt.
Richtig ist auch, das dieser Wert bei uns höher liegt. Unser Gebiet ist sehr dünn besiedelt und besteht fast nur aus Wäldern und Teichen (39 Einwohner je km2). Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Lohsa
Mindestens 60 % aller Speisepilze bleiben im Wald, weil sie madig sind oder nicht gefunden werden.
Dennoch würde es mir nicht gefallen, wenn hier massenweise Pilzsammler eintreffen.
Mir geht es da wie den Norwegern, die wollen auch nicht, dass die Deutschen ihnen die Fische wegfangen.
Übrigens ist man auf die Waldpilze nicht angewiesen. Man kann Pilze auch züchten. Da ich dazu schon einige Erfahrung und Bilder habe, habe ich schon mal ein Thema eröffnet.
Siehe: Hier
Gruß Dieter

Dodo
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Re: Pilze suchen

Beitrag von Dodo » Montag 28. Oktober 2019, 19:11

Hallo Dieter,

finde die Fotos von den Pilzen und Landschaftsaufnahme auch ganz toll.
(Setzt Du ein Stativ für die Aufnahmen ein oder hast Du noch so ein ruhiges Händchen?)

Ich esse gerne Pilze, traue mich selber aber nicht zu sammeln. :S Mir geht es da wie Markus.
Jedes Ding will verstanden sein und man ist auf Anleitung angewiesen.

Gruß Maddin

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Re: Pilze suchen

Beitrag von kaninchenzuechter » Dienstag 29. Oktober 2019, 10:13

Ich benutze kein Stativ Maddin.
Mit der jetzigen Technik kann auch ein Ungeübter, der ich noch bin, super Bilder machen.
Mein Vater hatte es da schwieriger. Demnächst werde ich wieder einige Kindheitsgeschichten
Siehe Hier schreiben, wobei ich sein Bild- und Filmmaterial nutze.

Die Sache mit den Pilze suchen hat auch etwas mit Tradition zu tun. Für uns war es in der Kindheit eine Selbstverständlichkeit, ohne Erwachsene in den Wald zu gehen und neben Beeren auch Pilze zu sammeln.
Heute sieht man kaum noch Kinder allein im Wald. Das liegt wohl an den großen Tieren, dessen Anzahl hier ständig steigt.
Wenn sie wenigstens im Wald bleiben würden. Ist die Dorfbeleuchtung ausgeschaltet ist, durchstreifen sie unser Dorf.
Hat es in der Nacht geschneit, kann man ihre Spuren verfolgen. Sie verlaufen gradlinig, wie mit eine Schnur gespannt. In jedes Gehöft schauen sie hinein. Es ist gut, wenn man das Hoftor geschlossen hält. Ich konnte schon mehrfach solche Spuren sehen. Die Tiere haben mächtige Pranken.
Die Liebe zum Wolf wächst mit dem Quadrat der Entfernung!
Bei uns beträgt die Entfernung =0.
Gruß Dieter

Dodo
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Re: Pilze suchen

Beitrag von Dodo » Dienstag 29. Oktober 2019, 21:44

Hallo Dieter,
Die Sache mit den Pilze suchen hat auch etwas mit Tradition zu tun.
Da hatte ich drauf hingewiesen, in einem Beitrag der verschüttet ist.
Es gibt Familien- und regionale Besonderheiten.
Heute sieht man kaum noch Kinder allein im Wald. Das liegt wohl an den großen Tieren, dessen Anzahl hier ständig steigt.
Das ist eine Erklärung. Eine andere: Naturerlebnisse spielen in dem Leben der Jungen nicht mehr die entscheidende Rolle.

Schmunzeln musste ich über den Satz:
Die Liebe zum Wolf wächst mit dem Quadrat der Entfernung!
Passt gar nicht zu dem Slogan der Naturschutzverbände: 'Willkommen Wolf'!
Ich begrüße die Rückkehr jeder Art, die einmal hier bei uns heimisch war.
Eine Versachlichung der Diskussion um den Wolf, halte ich aber für angebracht.
Es sind dieselben Naturschutzverbände, die den auffallenden Rückgang des Stares im Zusammenhang mit dem Rückgang der Weideviehhaltung sehen. Für mich verständlich, wenn Landwirte ihr Vieh in Wolfsgebieten in den Stallungen lassen. Entschädigungszahlungen sind ein gewaltiger bürokratischer Aufwand und mit bedeutenden Präventionsmassnahmen verbunden (aufwändige Zäune, Herdenschutzhunde).

Schlimmer geht immer! Im Wittgensteiner Land (NRW) wurden Wisente angesiedelt. Aufwändige Induktionsschleifen verlegt um die Tiere in ihren Revieren zurück zu halten.
Landwirte klagen das Futterplätze für Rindvieh (bei ganzjähriger Freilandhaltung) von Wisenten aufgesucht werden. Private Waldbesitzer (kleinbäuerlich, in mehr Generationen-Betrieben), klagen über die Forstschäden.

In RLP wurden Luchse ausgewildert, ein finanzieller Aufwand von über 2 Millionen Euro. Einige (besendete Exemplare) haben sich direkt in die Vogesen gemacht. Der Landesrechnungshof hat die Investition als unverhältnismäßig eingestuft.

Bei aller Willkommenskultur: Geht es auch etwas verhältnismäßiger?

Gruß Maddin

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