Umweltschutz

Dodo
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'Der Mai ist gekommen

Beitrag von Dodo » Freitag 15. Mai 2020, 21:33

und die Bäume schlagen aus'
sicher kennt noch jemand das Lied, welches Lebensmut zum Ausdruck bringt.

Heute habe ich mein Durchforstungsholz Heim karren lassen.
Waldarbeiter, Förster und Holzfuhrleute, Menschen deren Erwerbsexistenz unmittelbar am Wald hängt, sind zutiefst besorgt über das Erscheinungsbild Wald.

Es sind Menschen die bodenständig Denken und Weltuntergangs-Szenarien nicht mögen. Sie sind trübsinnig geworden. Es zeigen sich Schadbilder an nahezu allen Baumarten.

Gruß Maddin
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Buchen abgängig

Dodo
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Dodo » Montag 25. Mai 2020, 22:24

Bin dabei die Buchen aufzuarbeiten und habe Holzfeuchtemessungen gemacht.
Sie liegen bei knapp über 40%.
Auch in den vergangenen Jahren waren die Ergebnisse ähnlich, obwohl das Holz früher bereitgestellt war.
Normal wären Werte von 80/85%.

Was schließe ich daraus? Es sind Ergebnisse der trockenen, regenarmen Jahre.
Pflanzen und auch natürlich Bäume, reagieren auf anhaltende Trockenheit, indem sie die Zellen dichtmachen und von Reserven zehren. Zartes Blattgrün wird sehr schnell ledrig.

Eine gewisse Zeit mag dieser Anpassungsmechanismus funktionieren, dann aber kommt es zu Ausfällen, wie ich sie in den Bildern gezeigt habe.

Gruß Maddin

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Bibo76
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Bibo76 » Montag 25. Mai 2020, 23:40

Hallo Maddin,

unsere Rotbuche hat dieses Jahr und auch schon letztes Jahr relativ kleine, mickrige Blätter. Das führe ich auch auf die extreme Trockenheit zurück...
In den letzten beiden Jahren hat sie Anfang August fast Dreiviertel des Blätterkleides abgeworfen. Dagegen sah die direkt benachbarte Blutbuche taufrisch aus... wieso auch immer.
Ich fand den Laubabwurf schon beängstigend... das verdeutlicht ja den Ernst der Lage, dass so große Bäume schon das Laub abwerfen, damit der Baum selbst noch überleben kann. :? Aber Eckern waren massig vorhanden...
Eine Birke z. B. war komplett kahl, hat aber nach dem langersehnten Regen tatsächlich nochmal neu ausgetrieben.

Das hier ist nur der Mini-Einblick in meinen (eigentlich eher "nassen") Garten - wie mag es erst anderswo aussehen?

Bin gespannt, wie es dieses Jahr wird. Bisher war es ja auch schon verdächtig trocken hier im Norden.

LG Pamela

Dodo
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Dodo » Dienstag 26. Mai 2020, 21:13

Schwalben und Mauersegler Freunde werden es nicht gerne hören.

Wir brauchen Regen, Regen und nochmals Regen um die Defizite in den Grundwasserspeichern auszugleichen.
Die letzten Sommer haben hier der Baumart Fichte den Garaus gemacht.

Das Landschaftsbild wird sich verändern. Der Grundwasserspiegel sinkt schon seit 2018 auf der Montabaurer-Höhe um 4 m. 50% soll der Flächenanteil auf dem Höhenzug die Fichte ausmachen auf einer Fläche von 5500 ha.
Nicht nur Klimaveränderung mit Extremwetterlagen haben ihr zugesetzt, sondern auch die Trassenführung des ICE.
Der Borkenkäfer hat sich bei den geschwächten Fichten extrem vermehrt.
Aber wie erwähnt, leiden alle Baumarten. Neuartige Schädlinge setzen auch Buchen zu, wie der asiatische Laubbockholzkäfer. Die Globalisierung hat halt auch Tücken.

@Bibo76
:? Aber Eckern waren massig vorhanden...
Noch vor 40 Jahren galt die Regel, dass alle 7 Jahre ein Mastjahr kommt.
Das passt nicht mehr, die Fruchtfolge wird immer kürzer und schwächt den Baum zusätzlich, weil dafür Energie aufgewandt werden muss.
Erinnere mich an Wilhelm Busch: 'Jedes legte noch schnell ein Ei, dann kam der Tod herbei'

Gruß Maddin

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Markus
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Markus » Dienstag 26. Mai 2020, 21:40

Hallo Maddin,
Dodo hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2020, 21:13

Wir brauchen Regen, Regen und nochmals Regen um die Defizite in den Grundwasserspeichern auszugleichen.
Die letzten Sommer haben hier der Baumart Fichte den Garaus gemacht.
Das Landschaftsbild wird sich verändern. Der Grundwasserspiegel sinkt schon seit 2018 auf der Montabaurer-Höhe um 4 m. 50% soll der Flächenanteil auf dem Höhenzug die Fichte ausmachen auf einer Fläche von 5500 ha.
So wie es aussieht wird dieser Regen in Zukunft leider immer mehr ausbleiben.
Unsere Fichtenwälder sind alles künstlich angelegte Plantagen (Monokulturen), welche solchen Umweltereignissen als erstes zum Opfer fallen.

Je nachdem wie sich hier die Forstwirtschaft verhält, wird sich auch das Landschaftsbild verändern.
Ich hab schon mitbekommen dass Neuaufforstungen teils wieder mit Fichten geschieht, ob dies der richtige Weg ist ? wohl kaum.

Aber wie Du schon sagst, es ist ja nicht nur die Fichte, es geht die nächsten Jahre um unsere komplette Vegetation welche sich auf extremere Wetterereignisse ein/umstellen muss.

LG
Markus
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Dodo
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Dodo » Mittwoch 27. Mai 2020, 19:43

Hallo Markus,
Unsere Fichtenwälder sind alles künstlich angelegte Plantagen (Monokulturen), welche solchen Umweltereignissen als erstes zum Opfer fallen.
Der Waldbesitz ist in staatlicher, kommunaler und privater Hand der wirtschaftlichen Interessen untergeordnet ist.
Bei uns gibt es keine (oder kaum) naturbelassene Wälder.

Die Forstwirtschaft genießt hohes Ansehen. Nachhaltigkeit ist ein Begriff der bei dem Berufsstand schon immer Grundsatz war.
Ich erinnere mich an eine Verteidigung in einer lokalen Zeitung von einem Amtsleiter a.D.
Er macht kommunale Entscheidungsträger für einen weitere Anpflanzung der Fichte verantwortlich, schließlich gilt er als 'der Brotbaum des deutschen Waldes'.

Klimaerwärmung lässt sich von Meteorologen im Trend bestätigen. Jetzt der Forstwirtschaft Misswirtschaft vorzuwerfen, halte ich für überzogen, nach dem Motto, einen Schuldigen muss es geben.

Hier werden Douglasien als Ersatz für die Fichte im großen Stil angepflanzt. Sie haben sich hier als resistent erwiesen. In Frankreich ist die Baumart Kalamitäten auch zum Opfer gefallen.
Hinterher sind wir alle schlauer.

Vielleicht wachsen hier auf der Höhe irgendwann Eukalyptus-Bäume.

Gruß Maddin

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Markus
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Markus » Mittwoch 27. Mai 2020, 20:40

Hallo Maddin,
Dodo hat geschrieben:
Mittwoch 27. Mai 2020, 19:43
Klimaerwärmung lässt sich von Meteorologen im Trend bestätigen. Jetzt der Forstwirtschaft Misswirtschaft vorzuwerfen, halte ich für überzogen, nach dem Motto, einen Schuldigen muss es geben.
Von Misswirtschaft und Anklage war "noch" nicht die Rede, allerdings habe ich in Frage gestellt.
Wir werden es vielleicht noch mitbekommen ob der richtige Weg begangen wurde.

Vielleicht sitzen wir dann in einem Eukalyptuswald und schauen den Koalas beim fressen zu ;)

LG
Markus
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Re: Umweltschutz

Beitrag von traudich » Mittwoch 24. Juni 2020, 14:49

In Niedersachsen startet ein Volksbegehren iniziiert von Naturschutzverbänden, die von anderen Organisationen unterstützt werden.
Bitte unterschreiben :thumbup: sonst nicht rummeckern :rolleyes:
LG
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Elisabeth » Mittwoch 1. Juli 2020, 13:26

Hallo @alle,

vielleicht möchte hier noch jemand unterschreiben?
Es geht um die Freisetzung von Gene Drive-Organismen, die sich selber ausrotten und ich finde die Vorstellung einfach nur grauenhaft.
Nicht nur Mücken, Motten und Mäuse würden aussterben, sondern mit ihnen alle Tiere, die sich von ihnen ernähren.

https://act.wemove.eu/campaigns/gene-dr ... 0200616_DE
Viele Grüße
Elisabeth
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Re: Umweltschutz

Beitrag von Markus » Montag 19. Oktober 2020, 18:31

Hallo Zusammen,

Nun haben wir es hier https://www.eea.europa.eu/de/highlights ... avierenden
ganz aktuell.
lt Aussage: "Diese Bewertung des Zustands der Natur ist der umfassendste Gesundheitscheck der Natur, der jemals in der EU durchgeführt wurde."

LG
Markus
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